
Pilgern im Heiligen Land
20. Februar 2026Entscheidung um Schutzradius um Maria Vesperbild steht noch aus
Maria Vesperbild. Im Nachgang der Berichterstattung in den Mittelschwäbischen Nachrichten vom 25. Februar zum Bericht des Ersten Bürgermeisters Ralf Wetzel über einen Brief aus dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof wegen eines „nicht heilbaren Verfahrensfehlers“ des Landratsamtes Günzburg im Genehmigungsverfahren der sich auf die von der Rheinland-Pfälzischen Firma Altus geplanten 37 Windkrafträder, die 266 Meter hoch sein sollen – 100 Meter höher als das Ulmer Münster – bezieht, wenden sich immer mehr Personen an die Wallfahrtsdirektion in Maria Vesperbild mit der Nachfrage, ob das Thema denn nicht durch die „außergewöhnlich hohe volkskundliche Bedeutung und der besonderen Landschaftsprägung“ längst „abgeräumt“ sei.
„Seit dem Beschluss des Landesdenkmalrates über die Aufnahme in die Liste der besonders landschaftsprägenden Denkmäler haben wir keine weiteren Informationen von Seiten der Politik erhalten. Ebenso hat die Firma Altus kein einziges der geplanten 37 Windräder aus dem Genehmigungsverfahren herausgenommen“, so zeigt sich der Wallfahrtsdirektor Michael Menzinger auch verwundert darüber, dass seit 21. Oktober 2025 kein Termin für eine Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes stattgefunden hat. Dies sei wohl der Kommunalwahl in Bayern und der Landtagswahl in Baden-Württemberg geschuldet, da nach diesen Wahlen der Planungsverband womöglich anders besetzt sein werde.
„Die vom Landesdenkmalrat geforderte Sichtachsenprüfung auf 10 Kilometer um Maria Vesperbild müsse von der Genehmigungsbehörde erbracht werden – und zwar plausibel“, so der Wallfahrtsdirektor. Selbstverständlich hat die Wallfahrt im sogenannten Zweiten Beteiligungsverfahren zur Teilfortschreibung Windenergie des Regionalplanes Donau-Iller ihre Bedenken und die neuen Entwicklungen durch den einstimmigen Beschluss des Landesdenkmalrates vorgebracht. In einer Stellungnahme der Abteilung Projektmanagement der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg wird die Wallfahrtsdirektion von Maria Vesperbild unterstützt und der Planungsverband gebeten, „sofern die Einzelfallprüfung eine erhebliche Beeinträchtigung des Umgebungsschutzes um die Wallfahrtskirche durch geplante Vorranggebiete und der damit verbundenen Nutzung durch Windkraftanlagen ergibt, muss das betreffende Vorranggebiet im Rahmen der regionalplanerischen Abwägung gemäß § 7 Abs. 2 ROG verändert oder gestrichen werden.“
Hinzu kommt die Debatte, die von MdL Jenny Schack am 23. Januar in Ziemetshausen auf einer öffentlichen Sitzung des CSU-Ortsverbandes angesprochene mögliche Stationierung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 in Kaufbeuren und damit verbundene mögliche Störungen des Radars durch die Windräder in einem entsprechenden Radius. Windräder können moderne Raketenabwehrsysteme stören, da ihre großen rotierenden Stahlkonstruktionen Radarsignale reflektieren. Windparks in der Nähe von Radaranlagen stellen also ein Sicherheitsrisiko für die Luftraumüberwachung dar. Dazu wurde seit geraumer Zeit über das Thema Artenschutz, sowie die Netzanbindung für den Transport des erzeugten Stromes für die Windräder debattiert, bis dahin, ob diese überhaupt für eine Energieversorgung im Landkreis Günzburg notwendig seien, da in Gundremmingen der Traum vom ersten Fusionskraftwerk umgesetzt werden soll.
Michael Menzinger, seit Februar 2024 Wallfahrtsdirektor in Maria Vesperbild, beklagt die Überlagerung des 375-jährigen Wallfahrtsjubiläums durch die Debatte um die Windräder rund um Maria Vesperbild. Nun wünscht sich der Wallfahrtsdirektor für das 70-jährige Jubiläum der Fatimagrotte im nahegelegenen Wald, welche Ziele einer halben Million Pilger jährlich ist, im Jahr 2027 einer ungestörten geistlichen Ausrichtung folgen zu können. „Die Vorbereitungen hierfür sind bereits in vollem Gange“, so Michael Menzinger, „der für eine Marienverehrung eintritt, die den Frieden fördert, die Heilung der Lebenswunden mobilisiert und die Herrlichkeit des Himmels aufzeigt“. Der Wallfahrtsdirektor „fordert daher Politik und Wirtschaft auf, sich hinter die Wallfahrt Maria Vesperbild zu stellen und schnell eine die Natur und die geistlichen Ressourcen des Ortes wertschätzende Entscheidung zu treffen“.



