Weihnachtspredigt von Msgr. Reichart, Wallfahrtsdirektor

Im Weihnachtsevangelium haben wir über Jesus gehört: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis!… Er war in der Welt, aber die Welt erkannte ihn nicht“

Das 3. Reich, die Herrschaft Adolf Hitlers, war wahrlich eine dunkle Zeit – eine antichristliche Zeit, aber viele waren total verblendet!

Der bedeutende Dichter und Schriftsteller Georg Thurmeier war durch die katholische Jugendarbeit tief geprägt und durchschaute daher von Anfang an die Naziideologie.

Schon zu Beginn des Dritten Reiches 1935, als es in Deutschland mächtig aufwärts ging und viele optimistisch in die Zukunft blickten, dichtete er folgendes Kirchenlied: 

„Der Satan löscht die Lichter aus

und lässt die Welt erblinden. –

Wir suchen einen Weg nach Haus

und können ihn nicht finden.

O Heiland komm, o komm geschwind!

Du bist den Schiffen Weg und Wind,

du lässt uns heimwärts finden.

Die Menschen treiben arge List

und sinnen viele Lügen. –

Wir suchen den, der Wahrheit ist,

uns seinem Wort zu fügen.

O Heiland, komm, o komm herzu!

Du bist die Wahrheit und die Ruh,

du lässt uns nicht betrügen.“

Auch heute ist Weihnachten ein Fest, in dem das Licht in der Finsternis leuchtet!

So viele Kriege, so viel Elend und Leid, so viel Zerstörung der Schöpfung, so viel Dekadenz und Laster, so viel Glaubensabfall, so viel Verwirrung, so viel Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit gegenüber Gott usw.

Sollen wir darüber klagen?

Ein Kalenderspruch lautet: „Es ist besser ein Licht anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen!“

Genau das hat Gott an Weihnachten getan!

Er klagte nicht: Schau an, wie schlecht die Menschen sind. Sie hören auf Satan mehr als auf mich! Ich mag diese  Menschen nicht mehr!  Sie missbrauchen ihre Freiheit für das Böse! Ich überlasse sie nun der Finsternis, die sie selbst verursachen.

Nein!

Gott ist sogar in diese dunkle Welt herabgekommen und ist Mensch geworden! Hören wir  noch einmal die Worte des Weihnachtsevangleliums„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt!“  „Und das Licht leuchtet in der Finsternis!“

Als der Engel den Hirten erschien, heißt es im Evangelium der hl. Nacht: „ Der Glanz des Herrn umstrahlte sie!“

Ist das nicht wunderbar: Gott hat ein gewaltiges Licht angezündet! Er ist nicht mehr weit weg von uns. Das Weihnachtsevangelium drückt das so aus: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!“

Das heißt: Auch wenn es noch so dunkel wird in unserem Leben oder um uns herum: Wir haben das „wahre Licht“. Der Sieg ist unser! Denn wir sind auf der Seite des Siegers!

Es ist eine Tragik in der ganzen Menschheitsgeschichte, angefangen von König Herodes und den Schriftgelehrten über das Dritte Reich bis heute. Das Weihnachtsevangelium drückt das so aus:

„Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf!“

Aber nie waren alle erblindet: Es waren gerade immer wieder die Christen, die mit Jesus, dem Licht der Welt, an der Seite das Dunkel überwunden haben: Nach dem Dritten Reich die großen christlichen Politiker Adenauer, der  Franzose  Schuhman, der Italiener  de Gasperi und viele andere. 

Bei der Überwindung des gottlosen Kommunismus bei der Wende 1989 der hl. Papst Johannes Paul II., das tief gläubige polnische Volk die Beter in den Kirchen der DDR, die Beter im Sinne von Fatima usw.

Gott braucht uns wieder!

Im Weihnachtsevangelium wird uns verheißen: „Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden!“ 

Macht! Die Macht der Kinder Gottes haben wir seit der Taufe in uns!

Dass das keine leeren Versprechungen sind, hat allein die jüngste Geschichte beweisen!

Es ist die Macht unseres Gebetes, die Macht der Mitfeier der hl. Messe, die Macht der aufgeopferten Leiden! Es die Macht des Erlösungsopfers Christi, das uns sogar Macht über den Tod gibt!

Georg Thurmeier hat an diese Macht 1935 geglaubt und ist nicht enttäuscht worden. Nach 10 Jahren war der Spuk vorüber:

Hören wir sein wieder aktuelles Kirchenlied noch einmal an:

„Der Satan löscht die Lichter aus

und lässt die Welt erblinden. –

Wir suchen einen Weg nach Haus

und können ihn nicht finden.

O Heiland komm, o komm geschwind!

Du bist den Schiffen Weg und Wind,

du lässt uns heimwärts finden.

Die Menschen treiben arge List

und sinnen viele Lügen. –

Wir suchen den, der Wahrheit ist,

uns seinem Wort zu fügen.

O Heiland, komm, o komm herzu!

Du bist die Wahrheit und die Ruh,

du lässt uns nicht betrügen.“                     

Amen

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