Segnet, die euch verfluchen

Wer von uns hat nicht Mitmenschen, die einen ablehnen, denen man es nicht recht machen kann, die einem sogar Böses tun: soviel Haß und Streit unter Angehörigen, unter Nachbarn, in den Betrieben, in der Gesellschaft und auf der ganzen Welt!

Und unser absolut weiser Herr Jesus Christus lehrt uns in dieser Situation: „ Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.“

Doch auch viele Christen vertrauen leider nicht der Weisheit des Herrn, sondern handeln wie die verweltlichten Menschen und zahlen mit gleicher Münze zurück. Wie oft haben mir schon Leute gesagt: „Was? Für den soll ich auch noch beten und ihn segnen!“ Dabei ist das die einzige Möglichkeit, die den Teufelskreis des Bösen durchbricht.

Warum leben wir heute schon über 70 Jahre im Frieden? Weil christliche Politiker nach dem Krieg auf Rache verzichtet haben und im christlichen Geist ein gemeinsames Europa aufgebaut haben.

Wenn wir auf Rache verzichten und stattdessen segnen, dann sind wir nicht unseren Gegnern unterlegen, sondern dann sind wir die Stärkeren, denn dann haben wir die Allmacht Gottes auf unserer Seite. Dann brechen wir mit der Hilfe Gottes die Macht des Bösen!

Probieren Sie es doch aus! Segnen Sie jeden Tag die Menschen, mit denen Sie nicht klar kommen. Segnen Sie sie –  natürlich ohne, dass sie es sehen – am besten auch mit Weihwasser. Dann kommt der Segen der Kirche noch dazu.

Sie brauchen natürlich Geduld! „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher!“ Menschen zu ändern ist mit das Schwerste, was es auf der Welt gibt. Ihr Segen darf natürlich auch nicht bloß aus Worten bestehen, sondern er muss mit Ihren Taten übereinstimmen: das heißt z. B. keine Abneigung zeigen, nichts nachtragen, alle Versuchungen, die Verachtung oder Bosheit beinhalten, von sich weisen. Man  muss böse Menschen voller Mitleid anschauen, dass Gott sie bekehrt und auf den rechten Weg bringt. Auf diese Weise stehen wir auf der Seite des Allmächtigen Gottes und wir werden wahre Wunder erleben.

Pater Alfred Delp SJ wurde im Dritten Reich von den Nazis verfolgt und schließlich zum Tode verurteilt. Selbst in dieser schrecklichen Situation schrieb er noch: „Und so will ich zum Schluss tun, was ich so oft tat mit meinen gefesselten Händen und was ich tun werde, solange ich noch atmen darf: segnen. … Segnen dieses liebe, deutsche Reich in seiner Not und inneren Qual; segne die Kirche, dass die Quellen in ihr reiner und heller fließen…“

Und der selige Karl Leiser, der im KZ Dachau heimlich zum Priester geweiht und zu Tode geschunden wurden, schrieb als seine letzten Worte. „Segne auch, Höchster, meine Feinde!“

Diese Menschen haben gesegnet und waren zugleich mit ihrem Lebensopfer ein spürbarer Segen für die junge Bundesrepublik.

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