Tempus Nativitatis – Zeit der Weihnacht

Tempus Nativitatis – Zeit der Weihnacht

Das Weihnachtsfest beginnt bereits mit der 1. Vesper, welche feierlich die Worte des 1. Adventssonntages wiederholt: „Erhebt eure Häupter, denn seht, es naht eure Erlösung!“

Besonders schön ist die Antiphon zum Magnificat: „Wenn die Sonne am Himmel aufgegangen sein wird, werdet ihr den König der Könige sehen, der vom Vater hervorgeht wie ein Bräutigam aus seinem Brautgemach.“ 

Der Begriff ‚Weihnachten‘ deutet auf die Weihe jener Heiligen Nacht hin, in welcher unser Herr und Heiland Jesus Christus in Bethlehem aus der Jungfrau Maria geboren wurde.

Nach dem geistlichen Aufstieg im ‚violetten‘ Advent folgt nun ein festlicher Höhenweg, nämlich die ‚goldene‘ Weihnachtszeit mit ihren beiden ‚Gipfeln‘ Weihnachten und Epiphanie. Das Weihnachtsfest beginnt mit der Ersten Vesper von Weihnachten und dauert acht Tage lang, denn ebenso wie Ostern und Pfingsten hat auch Weihnachten seit alters eine Oktav (von octo acht). Die ganze Weihnachtsoktav hindurch wird im Offizium zur Vesper immer wieder die folgende Antiphon gebetet: „Heute ist Christus geboren, heute ist der Erlöser erschienen, heute singen auf Erden die Engel, freuen sich die Erzengel, heute jubeln die Gerechten und rufen: Ehre sei Gott in der Höhe, alleluja.“

In alten Zeiten hatte auch das Fest Epiphanie (6. Januar) eine Oktav, was bis heute daran erkennbar ist, dass die eigentliche Weihnachtszeit am Achten Tag nach Epiphanie, dem 13. Januar, mit dem Gedächtnis der Taufe des Herrn endet.

Einen Nachklang hat die weihnachtliche Zeit dann noch bis zum 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess, bis zu welchem im Anschluss an die Komplet die Antiphon ‚Alma redemptoris Mater‘ erklingt. Vielerorts ist es üblich, sich bis dahin an Christbaum und Krippe zu erfreuen.

Am Weihnachtstag wird nach einem alten Brauch, der bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht, dreimal die hl. Messe gefeiert. Darin hat die Römische Kirche einen noch viel älteren Jerusalemer Brauch nachgeahmt, der sich dann von Rom aus im ganzen Abendland verbreitet hat.

Missa in nocte – die Erste Weihnachtsmesse (oder ‚Christmette‘) wurde mitten in der Nacht in der Kirche Groß St. Marien gefeiert. Diese galt in Rom als ‚Bethlehem‘, weil hier die Geburtsgrotte nachgeahmt war und ein Stück der Krippe Jesu verehrt wurde. Da das Evangelium der Mitternachtsmesse mit dem Gesang der Engel endet, heißt sie auch ‚Engelamt‘.

Missa in aurora – die Zweite Messe wurde in der Morgendämmerung vom Papst in der Römischen Auferstehungskirche St. Anastasia gefeiert. Weil das Evangelium von der Begegnung der Hirten mit dem göttlichen Kind berichtet, nennt man sie auch ‚Hirtenamt‘.

Missa in die – das eigentliche Festhochamt, die älteste der drei Weihnachtsmessen, wurde feierlich im Petersdom zelebriert.

Die Mystiker des Mittelalters sahen in den drei Weihnachtsmessen einen Hinweis auf eine ‚Dreifache Geburt‘ des Herrn: die erste ist die ewige Geburt im Schoß des Vaters, die zweite ist die Geburt in der Zeit aus der Jungfrau Maria, die dritte ist die Geburt durch die Gnade in den Seelen.

Quelle: Volksmissale von Pater Martin Ramm FSSP

Wir danken Pater Martin Ramm von der Petrusbruderschaft, dass er uns seinen Text zur Veröffentlichen zur Verfügung stellt.

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