Die Weihe von verheirateten evangelischen Pastoren und der Zölibat

Die Priesterweihe von verheirateten evangelischen Pastoren irritiert nicht nur manche Gläubige. Auch in der Öffentlichkeit wird das als eine Infragestellung des Zölibats interpretiert, so als ob sich die Kirche damit selbst widerspreche.
Manche Gläubige wundern sich, dass ausgerechnet in Maria Vesperbild ein verheirateter neugeweihter Priester auch noch seine Nachprimiz feiern darf.
Was ist los in Maria Vesperbild?
Maria Vesperbild rüttelt natürlich nicht am Zölibat!

Die Priesterweihe von ehemaligen evangelischen Pastoren, die verheiratet sind, ist ein Gnadenakt des Papstes in Einzelfällen. Es ist nicht eine Gnade im Sinne einer Befreiung vom Zölibat. Denn der Zölibat ist keine Ungnade oder eine schwere Zwangsmaßnahme, von der der Papst gnädiger Weise befreit. Der freiwillig angenommene Zölibat ist die radikale Nachfolge des ehelosen Christus um des Himmelreiches willen und daher ein Segen für die Kirche – wie die ganze Kirchengeschichte beweist.
Daher findet auch unser Primiziant Andreas Theurer den Zölibat gut.

Was ist dann also die Gnade des Papstes, die er diesen verheirateten Männern gewährt?
Ein solcher ehemaliger evangelischer Pastor hat bei seiner Ordination und bei seiner Hochzeit den festen Glauben gehabt, dass er nach biblisch christlichem Verständnis ganz und gar im Sinne Jesu Christi als Nachfolger der Apostel seine Gemeinde leite.
Nach jahrelangem Studium und Gebet sind ihm aber Zweifel gekommen, ob er wirklich auf dem richtigen Weg ist. Er hat erkannt, dass in der katholischen Kirche die ganze Fülle des Glaubens überliefert ist, und dass es die Priesterweihe braucht, um z. B. die hl. Messe feiern zu können und die Lossprechung von den Sünden gewähren zu können.

Können wir uns vorstellen, in welche Gewissensnot so ein evangelischer Pastor kommt?
Wie viele in seiner Kirche, wie viele seiner Freunde und Angehörigen können ihn nicht verstehen?
Soll er wirklich seine geliebte Gemeinde verlassen?
Soll er auf sein Pastorenamt verzichten?
Er war doch so lange im guten Glauben der Hirte seiner Gemeinde und nun?
Was kommt auf ihn zu, wenn er katholisch wird?
Kann er dann einfach als Laie in irgend einem Beruf arbeiten? Nein!
Er spürt doch seine Berufung zum guten Hirten und damit nun zum Priester der katholischen Kirche.
Es wäre für ihn furchtbar, diese Berufung nun abzubrechen!

Und in diese schmerzliche Situation hinein gewährt nun der Papst einem verheirateten Mann nach entsprechender Prüfung im Einzelfall diese Gnade, dass er der gute Hirte bleiben darf – nun eben als geweihter Priester.

In einem weiteren Sinn betrifft der Zölibat auch diese verheirateten Priester. Nach biblischem Gesetz muss er gegebenenfalls nach dem Tod seiner Frau ehelos bleiben. In der Bibel heißt es, dass die Nachfolger der Apostel nur einmal verheiratet sein dürfen. Die moderne Forschung zeigt, dass in der Urkirche diese Männer, die vor ihrer Weihe schon verheiratet waren, allerdings ab ihrer Weihe zölibatär d. h. wie Bruder und Schwester leben mussten. Der Zölibat ist nämlich keine Erfindung der Kirche, sondern geht auf die apostolische Überlieferung zurück.

So eine Priesterweihe ist natürlich auch kein Affront gegen die Ökumene mit der evangelischen Kirche!
Wir lieben den katholischen Glauben und achten den Glauben anderer.
Wir haben vieles im Glauben gemeinsam und wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit auf vielen Gebieten.
Aber das bedeutet natürlich nicht, dass man nicht mehr nach der Wahrheit suchen darf. Erst recht muss jeder nach wie vor seinem Gewissen folgen. Es wäre auch ein Irrweg zu glauben, dass es keine Wahrheit mehr gibt und damit alles „gleich gültig“ ist.

Wir dürfen uns doch freuen, wenn ein evangelischer Pfarrer erkennt, welcher Schatz der katholische Glaube ist.
Wenn man etwas für richtig erkannt hat, freut man sich doch für jeden, dem es auch so geht.

Und darum freuen wir uns, wenn der neugeweihte Priester Andreas Theurer bei uns am 18. November die Nachprimiz feiert und uns den Primizsegen spendet.
Vorher wird er um 17.30 Uhr im Pilgerhaus zu all unseren Fragen Rede und Antwort stehen.

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